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Von Siegmund Slatosch
Traditionell organisiert der Landessportbund Brandenburg alle zwei Jahre Landeskinder- und Jugendspiele. Und inzwischen hat es sich bewährt, dass der Brandenburgische Handballnachwuchs sich zwar nicht mit den vielen anderen Sportarten in der Stadt Brandenburg tummelt, aber dafür in großzügigen Hallen am Olympiastützpunkt in Frankfurt an der Oder.
Dass diesmal aus bautechnischen Gründen die Jungen in die Halle an der Sabiniusstraße ausweichen mussten, tat der Veranstaltung wenig Abbruch. Routiniert organisierte der Frankfurter Landestrainer Uwe Trautmann mit zahlreichen Helfern aus der Frankfurter Szene dann eben zwei parallel laufende Turniere, unterstützt vom Landesjugendausschuss, vor allem von den Potsdamer Handballverantwortlichen Uwe Eidner und der unverzichtbaren Verbandsgeschäftsführerin Marlies Reusner.
Bereits bei den D-Jugendspielen am Samstag war allerdings zuerst organisatorisches Geschick gefragt: Der Spielplan der Mädchen in der Oderlandhalle musste wegen eines Mannschaftsausfalls noch schnell umgestrickt werden. Und bei den Jungen gab es das Novum eines missverständlich zu viel angereisten Teams, das man dann doch nicht nach Hause schicken wollte. Nachdem HVB-Präsident Olaf Ermling und HVB-Vizepräsident Leistungssport Jens Herrmann die Spiele eröffneten, waren die ersten Spiele der Mädchen noch von vorsichtigem Rantasten geprägt. Doch dann hatten die jungen Akteure sich warm gespielt. So verlangte zum Beispiel das Team der Uckermark dem Turnierfavoriten Frankfurt/Oder alles ab und überließ ihm erst in den letzten Minuten die Punkte. Wie unterschiedlich allerdings die Ansprüche waren, zeigt das Beispiel Spree-Neiße, die mit einer extrem jungen Truppe zum Erfahrung sammeln anreisten. Schließlich setzte sich die körperliche Robustheit, aber auch der insgesamt durchdachtere Spielfluss der heimischen Frankfurter durch. Sie mussten allerdings auch im Finale lange kämpfen, ehe der hartnäckige Widerstand der Märkisch-Oderländerinnen gebrochen war. Arjenne Paap, holländische Nationalspielerin in den Reihen des Bundesligisten FHC, war es schließlich vorbehalten, den vielen ehrgeizigen jungen Talenten mit Urkunden und Medaillen den verdienten Lohn für ihre Leistungen zu überreichen. In der Sabiniusstraße starteten vor allem die Barnimer bereits zu Beginn hellwach. Mit knappen Siegen in den Folgespielen kämpften sie sich ins Jungen-Endspiel. Aus der anderen Vorrundengruppe überraschte die erstmals zusammenspielende Auswahl aus Potsdam-Mittelmark. Nach einem knappen Anfangssieg steigerten sie sich in einen wahren Spielrausch. Da konnte selbst Barnim im Finale nicht mehr vollends gegenhalten. Lutz Glasewald, Chef der Technischen Kommission im HVB, zollte allen Talenten bei der Siegerehrung großes Lob für ihren vorbildlichen Einsatz und überreichte ihnen auch hier als Lohn Medaillen und Urkunden. Ein bisschen mit Sorge blickten die Verantwortlichen am Sonntagmorgen auf die ankommenden C-Jugend-Teams – gab es doch mit dem nachmittäglichen Fußball-WM-Spiel Deutschland-England große internationale Konkurrenz. Die Sorge war jedoch zuerst einmal unbegründet. In der Oderland trugen 6 Mädchenteams ihre Landeswettspiele aus. Und in der Sabiniusstraße stritten gar 8 Mannschaften darum, zu den besten des Landes zu gehören. In den ersten Spielen der Mädchen gab es gleich einige deutliche Ergebnisse, Elbe-Elster schien noch gar nicht richtig da zu sein, denn mit ihrer Anfangsniederlage vergaben sie die Möglichkeit, den doch zumeist deutlich überlegenen Frankfurterinnen mehr Konkurrenz zu bieten. Immerhin gelang ihnen mit einem Kantersieg im letzten Spiel der verdiente zweite Platz. Die heimischen Frankfurterinnen setzten sich mit gekonnten Kombinationen schließlich auch gegen die guten Uckermärker durch und nahmen ebenso wie ihre jüngeren Kameradinnen tags zuvor Medaillen und Urkunde für den ersten Platz aus den Händen ihres Vorbilds Arjenne Paap in Empfang. Im Jungenturnier sahen die Landestrainer Uwe Kern und Rene Althaus viele gleichwertige Teams. Erst mit zunehmender Spielzeit ging so manchem Team etwas die Puste aus. Zur Zeit des WM-Fußballspiels sah man schließlich einige Laptops mit Fernsehempfang auf der Tribüne. Wer jedoch gedacht hatte, dass dann die Mannschaften etwas zu verschenken hätten, sah sich getäuscht. Als kämpferisch stärkstes Spiel muss man das um den dritten Platz bezeichnen. Zwei Mannschaften auf Augenhöhe kämpften bis zum Umfallen, und erst in der Verlängerung gab es mit den Ostprignitzern das um ein Quentchen glücklichere Team. Im Finale hatte Barnim mit zunehmender Spielzeit die größeren Kraftreserven und durfte unter den Augen seines stolzen KFV-Vorsitzenden Wilfried Pech Medaillen und Urkunden für den ersten Platz empfangen. Ein großes Dankeschön hatte am Ende der HVB-Jugendausschuss für alle Organisatoren über Schiris, Kampfgericht, Trainer, Betreuer, Eltern, Catering und Sprecher übrig. Denn trotz der Doppelveranstaltung an zwei heißen Sommertagen waren die Jugendlichen zufrieden mit „ihren“ Erwachsenen. Das sahen auch Martina Masnik und Hans-Elmar Franke so, die besonders angetan waren von den guten Leistungen ihrer Jungschiedsrichter nach einem noch am Freitagabend durchgeführten Kurzlehrgang. Bleibt nur zu wünschen, dass viele der gesichteten Talente einen erfolgreichen Weg in ihrer geliebten Handballsportart gehen.
8. Landesjugendsportspiele am 26./27.06.2010 Ergebnisse:
weibl. Jugend D Tore: Ostprignitz : Spree-Neiße 9: 5 Oberhavel : Elbe-Elster 10: 5 Uckermark : Frankfurt/O. 7: 9 Ostprignitz : Oberhavel 4:11 Spree-Neiße : Elbe-Elster 1:10 M.Oderland : Frankfurt/O. 11:16 Oberhavel : Spree-Neiße 20: 2 Uckermark : M.Oderland 11:15 Ostprignitz : Elbe-Elster 7:19
Vorrundentabelle Gruppe 1: Punkte: 1. Frankfurt/Oder 25:18 4:0 2. Märk. Oderland 26:27 2:2 3. Uckermark 18:24 0:4
Vorrundentabelle Gruppe 2: 1. Oberhavel 41:11 6:0 2. Elbe-Elster 34:18 4:2 3. Ostprignitz 20:35 2:4 4. Spree-Neiße 8:39 0:6
Platzierungsspiele: Uckermark : Spree-Neiße 26: 3 Ostprignitz : Uckermark 5: 9 Ostprignitz : Spree-Neiße 15: 6
Halbfinale: Elbe-Elster : Frankfurt/O. 9:19 M.Oderland : Oberhavel 22:13
Spiel um Platz 3: Elbe-Elster : Oberhavel 7:13
Finale: M.Oderland : Frankfurt/Oder 11:16
Endergebnis:
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